
Prüfung von Innovationen für Lager- und Intralogistikanwendungen Bosch Rexroth baut die ctrlX-Plattform weiterhin um neue Funktionen und Automatisierungserweiterungen aus. Die Steuerungsplattform ctrlX COREplus ist ab sofort mit KI-Funktionen in allen Leistungsstufen verfügbar. Im Bereich Motion and Drives präsentiert Bosch Rexroth kompakte, energieeffiziente und schaltschranklose Antriebe aus dem ctrlX DRIVE-Portfolio, die nahezu alle Leistungsbereiche abdecken. Ergänzt werden diese durch die Motion-, CNC- und Robotik-Software ctrlX MOTION, die eine ideale Lösung zur Automatisierung von Produktionsmaschinen und -anlagen darstellt. PTE führte kürzlich ein großartiges Gespräch mit Garrett Wagg, Produktmanager für Steuerungen bei Bosch Rexroth, über neue Entwicklungen in der mobilen Robotik. PTE: Was sind heute die größten Herausforderungen und Hindernisse für Unternehmen in der Lager-/Intralogistik im Hinblick auf mobile Robotertechnologien? GW: Es gibt eine ganze Reihe von Herausforderungen und Hindernissen, mit denen Lager-/Intralogistikunternehmen bei der Implementierung mobiler Robotertechnologien in ihrem Unternehmen konfrontiert sein können. Die erste und wichtigste meiner Meinung nach ist die Herausforderung, den Mitarbeitern des Unternehmens Sicherheit zu bieten. Bei der Implementierung mobiler Robotik muss ein Unternehmen sichere Zonen entwerfen und kontrollierte funktionale Sicherheitsfunktionen in seine mobile Robotik einbauen, die Arbeitsbereiche mit Menschen teilt. Ein weiteres Hindernis ist der wachsende Bedarf an Cybersicherheit. Mit einem Netzwerk verbundene mobile Robotik ist anfällig für Cyberangriffe, die den Betrieb stören, Daten stehlen oder sogar einem Menschen schaden könnten. Weitere Herausforderungen sind Skalierbarkeit und Flexibilität. Wenn ein Unternehmen wächst und sich weiterentwickelt, wie einfach ist es, Ihre mobile Roboterplattform zu skalieren, um Ihrer Flotte weitere Roboter hinzuzufügen und zusätzliche Funktionen und Technologien wie KI oder erweiterte Kollisionsvermeidung hinzuzufügen? PTE: Wie sind die neuesten Produkte und Lösungen von Bosch Rexroth auf die Verbesserung mobiler Roboter ausgerichtet? GW: Eines der neuesten Produkte von Bosch Rexroth, das kürzlich auf den Markt gebracht wurde und den Markt für mobile Robotik verbessern soll, ist das „ROKIT“. Das ROKIT ist ein mobiler Roboterlösungssatz „à la carte“, der es Unternehmen jeder Größe ermöglicht, ihren eigenen mobilen Roboter zu entwerfen, der genau zu ihrem Unternehmen passt. Ganz gleich, ob ein Unternehmen ein einfaches AGV oder ein fortschrittliches AMR sucht, das ROKIT-Kit bietet diese Flexibilität. Dieses Lösungsset besteht aus einem integrierten 6-in-1-Motor, der Rad, Servoantrieb, Motor, Getriebe, Bremse und zertifizierte funktionale Sicherheit in einem Paket vereint, das einfach in ein AMR oder AGV eingebaut werden kann. Dieses Lösungsset besteht außerdem aus einer Navigations- und Lokalisierungssoftware, die auf dem ctrlX CORE von Bosch Rexroth ausgeführt oder in einem Container verpackt werden kann, um auf einem Controller oder IPC eines Drittanbieters ausgeführt zu werden. Dieses Lösungsset ermöglicht dem Benutzer außerdem eine einfache Integration mit einer Vielzahl von Sensoren und Lidars, sodass der Benutzer freie Wahl hat. Die ROKIT-Lösung ist wirklich flexibel und ein Benutzer kann wählen, ob er nur den Motor implementieren und sein eigenes Softwarepaket verwenden möchte oder ob er das Design seines mobilen Roboters beibehalten und die Navigations- und Lokalisierungssoftware auf seiner eigenen Hardware implementieren möchte. PTE: Welche Highlights der neuesten Version von ctrlX bieten Kunden die Werkzeuge, die sie zum Bau mobiler Roboter benötigen? GW: Neben dem erwähnten ctrlX ROKIT bietet die ctrlX-Plattform eine Vielzahl von Tools für die mobile Robotikbranche. Wenn es um die Implementierung von Sicherheit in einen mobilen Roboter geht, verfügt Bosch Rexroth über die ctrlX-Sicherheitssteuerung, die funktionale Sicherheitsfunktionen in einen mobilen Roboter implementieren kann, wie sichere begrenzte Geschwindigkeit, sichere Stoppfunktionen und viele andere Sicherheitsfunktionen, die Menschen und wichtige Maschinen schützen, an denen ein mobiler Roboter arbeiten kann. Andere Tools wie die Hailo Ai-Erweiterung auf dem ctrlx CORE und die NIVIDIA-Erweiterung auf dem ctrlX IPC können bei Vision- und Inspektionstools auf einem mobilen Roboter helfen.
PTE: Bietet Bosch Rexroth außerhalb der Lager- und Intralogistik mobile Roboterlösungen für präzisionsorientierte Bereiche wie Luft- und Raumfahrt oder medizinische Anwendungen an? GW: Bosch Rexroth bietet derzeit keine mobilen Roboterlösungen in diesen Branchen an. Eine der jüngsten Übernahmen von Bosch, Elmo Motion Control, bietet jedoch Servoantriebstechnologie für mobile Roboter in all diesen und weiteren Märkten an. PTE: Welche Rolle spielt KI in diesen Technologien auf dem Weg ins Jahr 2026? GW: KI spielt eine immer zentralere und transformative Rolle in der mobilen Robotik und wandelt sie von programmierbaren Maschinen zu wirklich intelligenten, autonomen und adaptiven Systemen. KI ist keine periphere Komponente mehr, sondern das Gehirn und das Nervensystem, die erweiterte Fähigkeiten ermöglichen. Zu den Funktionen gehören eine verbesserte Wahrnehmung und ein besseres Verständnis der Umgebung, beispielsweise die Erkennung und Klassifizierung von Objekten. Eine weitere Schlüsselfunktion ist die intelligente Navigation und Pfadplanung. Anstelle einer programmierten Route kann ein KI-fähiger mobiler Roboter in Echtzeit basierend auf Hindernissen, Staus und Effizienz einen optimalen Weg generieren. PTE: Erläutern Sie die Idee „gemischter Flotten“ im Lagerbetrieb und die Integration manueller Fahrzeuge in ein Flottenmanagementsystem, um Effizienzsteigerungen zu erzielen.
GW: Eine „gemischte Flotte“ im Lagerbetrieb bezieht sich auf die gleichzeitige Nutzung und Koordination mehrerer Arten automatisierter Fahrzeuge (AMRs, AGVs usw.) neben herkömmlichen manuell betriebenen Geräten (Gabelstapler, Palettenhubwagen, Schlepper) und menschlichen Arbeitskräften innerhalb desselben Betriebsraums. Ein vollautomatisches Lager ist für viele Unternehmen oft weder praktikabel noch wirtschaftlich. Stattdessen nutzt ein hybrider Ansatz die Stärken sowohl der menschlichen als auch der maschinellen Ressourcen. Menschen zeichnen sich durch die Bewältigung sehr variabler Aufgaben, das Lösen von Problemen und den Umgang mit unerwarteten Situationen aus. Automatisierte Fahrzeuge zeichnen sich durch sich wiederholende, vorhersehbare Aufgaben aus. Eine gemischte Flotte bietet das Beste aus beiden Welten.
PTE: Wie helfen Ihre Softwaretools Kunden heute dabei, das Beste aus ihren modularen Automatisierungsanforderungen herauszuholen? GW: Die Softwaretools von Bosch Rexroth sind das Rückgrat des ctrlX-Ökosystems und machen ctrlx zu einer so leistungsstarken Plattform. Mit über 100 verschiedenen Software-Apps bietet der ctrlX App Store dem Benutzer die Möglichkeit, eine Vielzahl von Software-Tools in jede gewünschte Automatisierungsaufgabe zu integrieren. Zu diesen Tools gehören Apps für Softwareentwicklungskits, die es einem Programmierer ermöglichen, in einer Vielzahl verschiedener Programmiersprachen zu programmieren, Dashboard-Tools zum Erstellen von HMI-Schnittstellen, Tools zur Datenerfassung und -historie, Sicherheitstools wie VPNs und zusätzliche Firewalls und vieles mehr. Mit ctrlX OS kann ein Benutzer auswählen, welche dieser Software-Apps für ihn von Nutzen sind, und es ihm ermöglichen, Tools einfach zu testen und zu seiner Steuerungskonfiguration hinzuzufügen. PTE: Wie wird der Bereich der mobilen Robotik in den nächsten fünf bis zehn Jahren aussehen? Was wird Ihrer Meinung nach in Zukunft herausstechen? Was könnte Hersteller in diesem Markt überraschen? GW: Der Sektor der mobilen Robotik steht vor einem explosionsartigen Wachstum in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Ich denke, dass mobile Roboterlösungen mit der Weiterentwicklung von Technologie und KI viel verbreiteter und praktischer werden. Zu den sich weiterentwickelnden Funktionen, auf die man sich freuen kann und die die Hersteller überraschen könnten, gehören eine erweiterte kognitive Autonomie, um die Umgebung wirklich zu verstehen, die Flexibilität, Aufgaben im Handumdrehen zu ändern, fortschrittlichere KI-Funktionen, um sicherer und effizienter mit menschlichen Arbeiten zu interagieren, und schließlich Fortschritte in der Batterietechnologie, dem kabellosen Laden und der autonomen Energiegewinnung.
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